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Das Verlagsprogramm
Das «Buch» ist heute ein ungreifbares Objekt: Massenprodukt und Liebhaberstück, unverzichtbar und überholt, schnelldrehender Trendartikel und unverkäuflicher Auffangbehälter der Hoffnungen auf Erfolg - und noch so vieles mehr. Nie war ein Buch billiger zu produzieren, und zugleich steigen die Preise. Die Vielfalt unabhängiger deutschsprachiger Kleinverlage brach Anfang der 90er Jahre zusammen, und neue Technologien ermöglichen heute jedem den Wunsch nach dem «eigenen Buch», egal was drin stehen mag. Der Prozentsatz der gekauften UND tatsächlich gelesenen Bücher erreicht immer neue Tiefpunkte, während die Papierflut ständig zunimmt.

Warum «Das Fünfte Tier»? Wir möchten mit einer Grundausstattung an Professionalität Bücher verlegen, die die Welt vielleicht nicht braucht, aber ohne die sie einfach ärmer wäre. Die Werke unserer Autorinnen und Autoren suchen den kleinen, stillen Markt jenseits der teuer zu kaufenden breiten Öffentlichkeit. Wir möchten Bücher verlegen, die wir selbst auch in 20 Jahren noch gerne zur Hand nehmen. Natürlich wollen auch wir die Lust, die Zeit und das Geld der Leser: um weitermachen zu können und um unsere Köpfe und Hände dem Entstehen neuer Bücher zu widmen.

Vom Lektorat bis zum Satz, vom Autorenbier bis zum Vertrieb, von der Klebebindung bis zum Messeauftritt liegen alle Verlagsaufgaben in vier Händen. In der Gastronomie ist «Slowfood» zum Trend geworden. Unsere Bücher - «Slowbooks» - entstehen ähnlich, unter Beachtung des regionalen und persönlich geschätzten Kulturlebens. Schliesslich entspringt auch jede «Weltliteratur» irgend einem kleinen Quadratmeter inmitten tiefster Provinz.

Für Informationen über die Autorinnen und Autoren gehen Sie bitte auf die Seite 2 (Seitenmenü oben rechts).

Ausführlichere Informationen über unsere Bücher und die AutorInnen finden Sie auf der Seite "Presse" als PDF-Dateien.
 
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Die Morlocks
GOLDEN COVERS
Das Vinyl-Doppelalbum
Zwei LPs in Dollepcover mit 20-seitigem farbigem Begleitheft und der Gratis-CD-Version
Best.-Nr.: DFT-002
Spieldauer 74 Minuten
Barcode (EAN): 7640138444753
Sfr 45,00 · Euro 33,00

Die CD-Version
CD in Digipack mit 20-seitigem farbigem Beiheft
CD mit 2 Malus- und einem Bonustrack
Best.-Nr.: DFT-003
Spieldauer 64 Minuten
Barcode (EAN): 7640138444760
Sfr 28,00 · Euro 21,00

Die Morlocks, «älteste Schülerband der Innerschweiz», spielen seit 2006 «Shanties for the ugly ones», freizügige Interpretationen mehr oder weniger bekannter Stücke aus knapp 100 Jahren. Ebenso breit gefächert ist ihr Publikum, ob im Grand Hotel Schweizerhof oder in Kellern kulturbesetzter Häuser, und auch die Band selbst besteht aus einer generationsübergreifenden Mischung diverser Professionen. Den «Ikonoklasten der guten Laune» ist der Wille gemeinsam, unberechenbar zu bleiben und fernab des professionellen Musikbetriebs Momente erheblicher kreativer Unordnung erlebbar und unvergesslich zu machen.

Die Tracks:
An die Musik 2:36
Die Internationale 3:08
Die Gitarre und das Meer 5:00
Hundsgemein 3:40
Ich zieh mich nur noch im Dunkeln aus 3:42
You can’t always get what you want 5:15
La Paloma 4:19
Mambo italiano 4:03
Caravan 4:02 (Auf CD nur als Malustrack, 0:18)
Song of the rising sun 7:45 (Auf CD nur als Malustrack, 0:17)
Gletscher 3:50
Minnie the Moocher 4:45
Blümchen 1:42 (Auf CD nicht enthalten)
Jackson 4:35
Gloria 7:50
Rock And Roll 6:09
I wanna be loved by you 1:32 (Hidden track, nur auf CD)
 

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Boyan Obretenov
ICH WILL NICHT
Mit Illustrationen von Alexander Obretenov.
Zweisprachig bulg., dt. (deutschsprachige Erstausgabe).
Aus dem Bulgarischen von Beatrice Leclercq.
36 Faltseiten, 13 x 24 cm, Schweizer Broschur mit Spiegelkarton.
ISBN 978-3-9522982-5-1
Sfr 18,00 · Euro 13,–

Boyan Obretenov, Autor und Zeitungsredakteur in Sofia, schrieb zwei Jahre lang aus seinem Alltag heraus auf, was er nicht will. Daraus entstand ein Stück eigenwilliger Poesie mit einer inneren, persönlichen Form – kein Gedicht, keine Litanei, sondern ein Behaupten, eine listenartige literarische Positionsbestimmung gegen ein genormtes und durch gesellschaftliche und politische Systeme in stille Einwilligung gepresstes Leben. Natürlich ist der Text in Bezug zu einem aktiven, künstlerischen und widerständigen Leben in Bulgarien entstanden, jedoch berührt er den Leser ganz unabhängig davon, denn dem Autor gelingt es, 200 mal ICH WILL NICHT zu sagen, ohne nur von sich zu erzählen. Die Aufforderung, etwas nicht zu wollen, ist kein Aufruf zu negativer Weltsicht, sondern ein Bekenntnis und ein Wollen: lustvoll und lebendig, unterhaltsam und anregend. Wir machten es zu einem schmalen, doch sehr besonderen Buchobjekt.
 

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Dietrich Rauschtenberger
Jazz und Ikebana
und andere Stories
196 Seiten, 13 x 20,5 cm
Steifbroschur mit Leinenumschlag
ISBN 978-3-9523439-2-0
CHF 32,– / Euro 21,–

Tom Freyermann, ein bekannter Jazzmusiker, verschwand 1986 spurlos aus der Szene und von der Bildfläche. Übrig blieb allein die handgrosse Pan-Figur, die er einst zu jedem grossen Auftritt als Talisman mitreisen liess: Pännick, Anführer der Satyrn, sein alter ego, zugleich Hauptfigur seines grossen Traums, einer Jazz-Oper, die zum Musical, zum Werbespektakel und schliesslich zum totalen Debakel werden sollte. Der Erzähler begibt sich auf die Spur Tom Freyermanns und Pännicks nach Schmulch, einer mittelgrossen Stadt unterhalb des Ruhrgebiets. Seine Erzählung lässt uns tief in die Illusionen und Realitäten der achtziger Jahre eintauchen, und inmitten des furiosen Laufs der Dinge streifen uns die autobiografischen Unterströmungen der skurrilen Erzählung. Rauschtenberger erzählt authentisch, aber uneitel und mit literarischer Distanz, sodass allein der verschwundene Tom Freyermann mit seiner Fiasko gewordenen künstlerischen Vision uns am Ende zum Greifen nah erscheint. – Vier haarsträubende Kurzgeschichten vom tieferen Unsinn des Lebens und der Musik runden den Band ab.
 

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Camillo Paravicini
Unter den Arkaden. Ein Dialog zwischen mir
Sous les arcades. Un Dialogue avec moi-même
Deutsch/französisch (Übersetzung François Grundbacher)
Paperback, 2 x 46 Seiten
ISBN 978-3-9523439-0-6
CHF 14,– / Euro 9,–

Was eher da war, die Kunst oder das Leben, das lässt sich nur ebenso ausweglos überdenken wie der mentale Twist, einen Künstler sagen zu lassen, dass alle Künstler lügen. Ob wir an diesen Fragen zugrunde gehen oder von ihnen leben, ist individuelles Geschick. Ausweglos ist jenes allemal, auch wenn sich Kunst und Leben in den Sinnfragen trennen: Die uneinigen Zwillinge «Sinn der Kunst» und «Sinn des Kunstschaffens» sind viel ungezogener als die eineiigen Geschwister «Sinn des Lebens» und «Sinn des Lebens». Camillo Paravicini stellt sich der Nichtbeantwortbarkeit dieser Fragen. Bestärkt wird er durch kurze Reflektionen befreundeter Autoren: Alessandra Ira Bless, Ina Brückel, Jürg Casanova, Niklaus Schärer, Axelle Stiefel und Manuel Troller.
 

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Annemarie von Matt
Tagebuch der Liebe und des Zorns
Passagen und Gedichte aus dem Briefwerk
Herausgegeben und mit einem Nachwort
von Beatrice von Matt.
288 S., 9 Abb. (sw), 14 x 20,5 cm, gebunden Halbleinen.
ISBN 978-3-9522982-6-8
Sfr 38,- / Euro 22,-

Das literarische Schaffen der Künstlerin Annemarie von Matt ist schwer zu erfassen und zu veröffentlichen. Das Werk besteht aus unzähligen Fragmenten, Zetteln und Briefen. In letzteren verdichtet sich ihre Poesie, ohne jedoch reine Literatur zu sein. Die Literaturkritikerin und Publizistin Beatrice von Matt legt hier eine höchst sensible Zusammenstellung von Ausschnitten der Briefe vor, welche die Liebesbeziehung zu Josef Vital Kopp ab 1940 über viele Jahre begleiteten. Aus diesen persönlichen Dokumenten heraus entstand dabei ein eigenständiges Werk, die Chronik einer berührenden, so heftigen wie tragischen Liebe und, darin verborgen, zugleich eine Gedichtsammlung von eindringlicher poetischer Kraft. Das Lesebuch aus Passagen, Strophen und Abschnitten schliesst eine grosse Lücke in der späten Entdeckung von Annemarie von Matts hermetischer künstlerischer Gedankenwelt.
 

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Felix Schenker (Hrsg.)
Lisa Meyerlist, Fotoreporterin
Mit Texten von Lisa Meyerlist (aufgezeichnet von Pirmin Bossart) und Marco Meier.
192 Seiten, Paperback, Grossformat 31 x 24 cm
Über 300 Fotografien, überwiegend schwarzweiss
ISBN 978-3-9522982-3-7
NEUER PREIS:
Sfr 29,50 / Euro 19,–

«Das Wichtigste gibt es nicht. Das gibt es vielleicht im Moment. Aber nicht, wenn man zurückschaut.» Dieses Resümee von Lisa Meyerlist, entnommen ihrem Portrait in dem Buch «Der Rede wert»(Limmat Verlag), ist typisch für die welterfahrene Fotoreporterin, der auch heute noch, mit 92 Jahren, die Gegenwart wichtiger ist als die Vergangenheit. Reisen, so heisst es, ist das Einsammeln von Welt. Bei Lisa Meyerlist war dies etwas anders, denn mehr als um das Sammeln von besten Fotos ging es ihr stets um das momentane Erleben, Vermitteln und Erzählen. Ihre Fotoabzüge, hart und unretuschiert für den Gebrauch in Tageszeitungen und Illustrierten der 60er und 70er Jahre angefertigt, sind in aller Welt verstreut. Dieser Band versammelt über 300 Bildbeispiele aus ihrem eigenen Besitz und versteht sich als eine besondere Art der Autobiografie. Er zeichnet eines von vielen möglichen Bildern ihres Reisens mit der Kamera durch die Welt.
 

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René Gisler
fabula rasa
Ein multimotives Wort-Legespiel.
90 (2 x 45) Kartonsteine 6 x 6 cm in schöner Papp-Stulpschachtel.
ISBN 978-3-9522982-4-4
Sfr 39,50 / Euro 26,–

René Gisler, der Verfasser des legendären Wörterbuchs Der Enzyklop, hat wieder zugeschlagen: sein multimotives Wortspiel fabula rasa spielt mit uns, während wir meinen, es zu spielen. Es geht um das Aufdecken von Wörtern in doppeltem Sinn, denn nichts scheint wie es ist: Die leichte Übung des Memorierens von Wortbildern und Bildwörtern und deren paarweise Wiederauffindung wird durch das Wortspiel an sich so korrumpiert, dass es eine Freude ist. Ein Spiel gibt das andere. Memorituri te salutant!

"Die Dejawüste lebt! – So manchem Dudenunzianten wird das karglistige Mannoevre des René Gisler albklug vorkommen. Vor vier Jahren hat es der Schweizer Künstler und Webdesigner in dem Wörterbuch „Der Enzyklop“ versammelt, einer wirrklichen Wortspielwiese mit querkenntnisreichen Faseltenheiten. Das Projekt war damit aber nicht beendet, die Schreibwaise treibt weiter Schäferkel durch die Wortschaft. Auf enzyklop.org kann jeder Spitzen- und Breitenwortler das humoriginelle Wortiment entengen. Dort wird beispielsweise ersichtlich, dass Haare am besten mit einer Epileptiergräte entbeint werden. Seit gut einem Jahr betätigt sich Gisler auf pssst.ch vor einer Webcam als Makrobat und zeigt seine Wortwale. Daraus ist nun „Fabula Rasa“ entstanden, ein Legespiel aus 2 x 45 Karten mit Begriffen wie Veilchenbeschleuniger und Schmutzengel, die nach dem Prinzip des „Memory“-Spiels aufgelegt und eingesammelt werden sollen. Auf die Weise kann man sich wortopädisch dem Rationalltag anfernen und gegen die Dummfruchtbarkeit manchmalträtieren, bevor die Logomotive lückwärts Greisaus nimmt." (A. Wilkens, c’t Nr. 24/2005)
 

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Mitch Heinrich
Das Ding Dichtung
Ausgewählte Gedichte 1984–2004.
100 & VIII Seiten, 14 x 20,6 cm. Steifbroschur, Schutzumschlag.
ISBN 978-3-9522982-0-6
Sfr 40,– / Euro 25,–

In der deutschsprachigen Szene experimenteller Literatur ist der Soundpoet Mitch Heinrich kein Unbekannter; seit Jahren tritt er mit namhaften Künstlern auf, zunehmend auch im Bereich der improvisierten Musik. Sein erstes Buch Das Ding Dichtung versammmelt kräftige Texte konkreter und phonetischer Poesie aus den Jahren 1984 bis 2004. Das Ding Dichtung ist eine gültige Aussage zum Schreiben gegenwärtiger Lyrik und eine Aufforderung an die Leser, sich auch den sperrigen, inhaltlich wie phonetisch komplizierten Texten zu widmen und dem Ding Dichtung auf den Grund zu gehen.

Mitch Heinrich steht für spektakuläre Lesungen solo oder zusammen mit verschiedenen Ensembles der neuen und improvisierten Musik zur Verfügung. Der Verlag stellt den Kontakt gerne her.
 

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Peter Stobbe
Wie die Dichterin Elfriede J. erst zum Aquarellieren und dann zum Ölmalen vorbeikam
Eine Komödie.
84 Seiten, 21 x 14,8 cm , zwölf Farbbilder. Stapelheftung.
ISBN 978-3-9522982-2-0
Gesenkter Preis ab Okt. 2010:
Sfr 14,00 / Euro 10,–

Wie die Dichterin Elfriede J. erst zum Aquarellieren und dann zum Ölmalen vorbeikam, Peter Stobbes erstes Theaterstück, ist ein Hybrid aus Bühnentext und «normaler» Literatur. Freilich geht es dabei um das Malen, um die Kunst. Peter und Elfriede führen einen Dialog über die Herstellung von Aquarellen und Ölbildern. Ort der Malstunden ist ein Supermarkt. Hier treffen sich Museumsdirektoren mit ihren Freunden, den Beatles, Andy Warhol, indischen Jogis und dem Colonel aus Apocalypse now, um sich nach dem Unterricht im Whirlpool zu entspannen. Das Stück nimmt die Kunst so ernst wie es ihren Betrieb bissig und amüsant entlarvt. Der Text ist geeignet für Inszenierungen auf Kleinbühnen und im experimentellen Raum.